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27.07.2010 21:25 | Wohnen, Bauen, Garten

Von der Ur-Feige bis zum Schlafbaum

Gärtnerei spezialisiert sich auf winterharte Exotenpflanzen

Altlußheim. Es gibt viele Möglichkeiten seinen Garten zu gestalten – und wahrscheinlich ebenso viele Gärtnereien, die das dazu benötigte Grün anbieten. Nicht zuletzt durch die Globalisierung aber auch durch den Klimawandel stellten sich hierzulande in den letzten Jahren einige Gärtnereibetriebe auf die Veränderung der Bedürfnisse vieler Gartenbesitzer ein.
Möglichst exotisch soll die Oase mit direkter Anbindung zum Eigenheim sein, sich von den ohnehin zu hoch werdenden Fichten- und Birkenwäldchen der Nachbarn abheben. Und das am besten, ohne jedes Jahr schwere Kübelpflanzen ins Winterquartier zu schleppen oder von November bis April auf eingepackte Palmen schauen zu müssen.

Die Gärtnerei Seiler im nordbadischen Altlussheim am Rheinbogen gehört zu jenen Erzeugerbetrieben, welche sich auf die Nachzucht bestimmter exotischer Pflanzen aus aller Welt spezialisierten. Frei nach dem Motto „die Harten kommen in den Garten“ hat Inhaber Christoph Seiler schon vor 20 Jahren mit seiner versuchsgärtnerischen Arbeit begonnen, bestimmte Pflanzen auf ihre Winterhärte aber auch andere Eigenschaften wie Ertrag zu testen.
„Besonders in Feigenbäumen sehe ich für unsere Breiten ein noch weitgehend unentdecktes Potential“, so Christoph Seiler. „Die meisten Leute unterscheiden nur zwischen blauen und gelben Früchten. Tatsächlich gibt es aber hunderte, vielleicht sogar Tausende verschiedene Feigen-Sorten. Und das hat seinen guten Grund. Feigen sind nachweislich die älteste Kulturpflanze der Menschheit. Bereits vor 11.400 Jahren haben die Jungsteinzeitmenschen im Jordangraben Feigen durch Stecklinge bestimmter Mutterpflanzen, welche wohl besonders leckere Früchte trugen, in Reihen gepflanzt – also Selektionen systematisch weiterkultiviert. Fortan war die Feige in allen Hochkulturen eine geschätzte bis lebensnotwendige Nahrungsquelle und wurde durch Kreuzungen und Züchtungen in weiten Teilen Asiens aber auch in Europa kultiviert. Was heute als Ficus carica bezeichnet wird, ist möglicherweise die Kreuzung verschiedener Feigenarten, wie sie heute noch in bestimmten Bergregionen Afghanistans überlebten aber auch in subtropischen Teilen Chinas wild vorkommen. Viele Sorten sind einfach nach der Anbauregion benannt, z. B Dalmatie, Brunswick, Ronde De Bordeaux.
Dies kann bei der Auswahl der richtigen Sorte hilfreich sein, da man besser abschätzen kann, welche klimatischen Bedingungen die Feige braucht. Andere Sortennamen lassen auf die Fruchteigenschaft schließen, z.B. Violett Dauphin, Quarter Pounder, Panache oder Brogiotto Nero.“

Derzeit hat die Gärtnerei Seiler ca. 30 Feigensorten in der versuchsgärtnerischen Sammlung.
Einige davon werden ständig vermehrt und z. B. über den Webshop angeboten. Lieber ist es dem Pflanzen-Enthusiasten jedoch, wenn sich Interessierte ihre Feige persönlich abholen. Da hat die Pflanze weniger Stress und man kann noch ein paar Infos und Eindrücke des eigenen Exotengartens mitgeben. Neben den bewährten Fruchtfeigen bietet Christoph Seiler übrigens auch ein paar seltene Wildformen der Feige an.
Eine äußerst dekorative Feigen-Unterart aus dem nahen Osten, also quasi aus der Wiege der Hausfeige, ist Ficus carica ’Digitata’. In diesem Jahr konnten erstmals ein paar Stecklinge von einer einzigen Mutterpflanze entnommen werden. Diese überlebt erfreulicherweise die Winter in Altlussheim am Rheinbogen schon seit 4 Jahren ohne größere Frostschäden. „Eine echte Bereicherung für unsere Sammlung, die es nun zu vermehren gilt, damit diese schöne Art nicht wieder verloren geht“ , so der passionierte Gärtner.
Neben interessanten Feigensorten bietet Christoph Seiler auch andere Raritäten für die Freilandpflanzung an. Seidenbäume ( Albizia julibrissin), exotische Eichenarten oder winterharte Citrusbäume ergänzen das Sortiment für Liebhaber. Dabei legt der Gärtnereibetrieb stets Wert auf die Vermehrung von Pflanzen aus eigenen, sich im Freiland langjährig bewährten Beständen.

In Deutschland gibt es nur wenige Feigenbaumschulen, die nach speziellen Sorten züchten. Die meisten Anbieter beschränken sich auf zwei "Sorten" - mit blauen oder grünen Früchten - Sorte unbekannt. Das ist bei der Gärtnerei Seiler anders! Alle Feigenbäume stammen aus eigener, badischer Produktion.

PFLANZEN SEILER
Christoph Seiler
Blautannenstrasse 5
Deutschland 68804 Altlussheim
06205 / 33 204

http://www.pflanzenseiler.de
pflanzen-seiler@web.de




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Suchbegriffe: Ficus carica, Feigenbaumschule, Dalmatie, Brogiotto Nero, Grise Saint Jean, Ficus afghanistanica, Ficus johannis, mediterrane Pflanzen, Brown Turkey, winterharte Bananen, Violett Dauphin

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